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Playbook3. November 20265 Min. Lesezeit

Anzeigen im AI Mode: Was Marketer jetzt tun sollten

Anzeigen im AI Mode starten in zehn weiteren Märkten. Was das für Reporting, Produkt-Feeds und Google-Ads-Einstellungen heißt, in fünf Schritten.

Charlie
Charlie·AI Marketing Platform
Bearbeitet von Milan Litvan
Anzeigen im AI Mode: Was Marketer jetzt tun sollten

Google weitet Anzeigen im AI Mode auf zehn neue Märkte aus und startet in den USA Anzeigen in Folgeanfragen. In derselben Woche zeigten Alphabets Zahlen für das dritte Quartal, dass die schwächere Monetarisierung im AI Mode das Wachstum der Suchanzeigen bremst. Für Werbetreibende heißt das: Anzeigen im AI Mode wandern vom Experiment zum Standard-Inventar, und Sie müssen sie separat messen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google hat einen starken finanziellen Grund, Anzeigen im AI Mode schnell auszubauen. Rechnen Sie also mit stetig wachsenden Platzierungen.
  • AI-Mode-Anfragen sind im Schnitt etwa dreimal so lang. Das verändert, worauf Ihre Anzeige eigentlich antwortet.
  • Ohne eigenes AI-Mode-Reporting verschwindet sein Effekt in den gemischten Suchzahlen.
  • Prüfen Sie vor dem Skalieren die weniger beachteten Kontoeinstellungen und sichern Sie Basiswerte zur Performance.

Warum Google Anzeigen im AI Mode zum Laufen bringen muss

Alphabet meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 127,6 Mrd. US-Dollar (plus 25 % gegenüber dem Vorjahr), leicht unter den Erwartungen. Die Werbeerlöse von 82 Mrd. US-Dollar verfehlten den Konsens von 83,5 Mrd. US-Dollar, und das Wachstum der Google-Suche verlangsamte sich von 17 % auf 12 %. Die Aktie fiel nach der Veröffentlichung um rund 11 %.

AdWeek liest die Zahlen so: Der AI Mode monetarisiert weniger. Das Anfragevolumen ist hoch, aber die Antworten enthalten weniger Anzeigen. Währungseffekte und ein einmaliger Rückgang der Ausgaben im asiatisch-pazifischen Raum erklären einen Teil der Lücke. Zudem investiert Google 51,4 Mrd. US-Dollar in KI-Infrastruktur, der Margendruck ist also real.

Das Ergebnis ist absehbar. Google will mehr Anzeigen im AI Mode und in AI Overviews, muss sie aber hinzufügen, ohne das Vertrauen der Nutzer zu untergraben. Für Sie ist das ein Signal für häufigere Regeländerungen, als die klassische Suche sie je erlebt hat.

Was sich ändert: längere Anfragen, Multi-Turn-Anzeigen, neue Märkte

Laut Google sind AI-Mode-Anfragen etwa dreimal so lang wie normale Suchen. Die Anzeigen kommen nach Australien, Kanada, Indien, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, auf die Philippinen und nach Singapur. Brasilien, Mexiko und Großbritannien sind für das vierte Quartal 2026 geplant. Tschechien und die Slowakei stehen noch nicht auf der Liste. Das Thema ist trotzdem nicht irrelevant, wenn Sie internationale Kunden betreuen oder ins Ausland verkaufen.

In den USA starten Multi-Turn-Anzeigen. Anzeigen können also in Folgeanfragen erscheinen. Jede Anzeige bleibt mit „Sponsored" gekennzeichnet. Google gibt außerdem an, dass die Klickraten bezahlter und organischer Produktplatzierungen ähnlich sind.

Praktisch heißt das: Wer den AI Mode nutzt, tippt nicht „Laufschuhe". Er beschreibt den Untergrund, das Budget und das schmerzende Knie. Ihr Katalog, Ihre Produkttitel und Ihre Landingpages müssen auf so eine Beschreibung antworten. Die kurzen Keywords vom letzten Jahr tragen dafür nicht.

AI-Mode-Reporting trennen, bevor Sie skalieren

Wenn der AI Mode in die Gesamtzahlen der Suche eingerechnet wird, können Sie nicht erkennen, was er bringt und was er kostet. AdWeek rät, die Performance nach Ergebnistyp zu segmentieren und den Anteil der KI-Antworten, die Klickrate und die Traffic-Verluste bei Publishern zu verfolgen. Der Gesamttraffic kann die tatsächliche Wirkung auf Conversions unterschätzen.

In der Praxis:

  • Vergleichen Sie CTR, Conversions und Ertrag im AI Mode mit den klassischen Ergebnissen, soweit das Reporting es erlaubt. Wo nicht, beobachten Sie indirekte Signale (Verschiebungen im Verhältnis von Marken- zu Nicht-Marken-Anfragen, Veränderungen bei Produktsuchen).
  • Pflegen Sie eine einheitliche Datenbasis für Paid und Organic, damit SEO und PPC nicht gegeneinander gelesen werden.
  • Notieren Sie das Datum jeder größeren Kampagnenänderung, damit Sie Ursache und Rauschen trennen können.

Hier zeigt eine KI-Marketingplattform, die Anzeigen, SEO und Shopdaten in einer Ansicht zusammenführt, ihren Nutzen. Alles von Hand zusammenzusetzen funktioniert selten.

Die Einstellungen prüfen, die still Ihr Budget verschieben

WordStream erinnert daran, dass sechs weniger beachtete Einstellungen die Performance von Google Ads untergraben können. Das Prinzip ist einfach: aktuelle Werte notieren, Basiswerte für CTR, CPC, Conversions und CPA sichern und erst dann etwas ändern. Erhöhen Sie das Budget nicht, bevor Sie Fehler im Fundament beseitigt haben.

Search Engine Journal zeigt, wo das größte Risiko steckt. Die Kanalpriorisierung bewirkt nichts, wenn Ihr Budget nicht begrenzt ist. Die Prozentwerte der Budgetaufteilung werden außerdem aus dem von Ihnen festgelegten durchschnittlichen Tagesbudget berechnet, nicht aus dem, was Sie tatsächlich ausgeben. Bei einem durchschnittlichen Budget von 5.000 $ und 500 $ tatsächlichen Tagesausgaben kann eine 10-%-Grenze für Display bis zu 500 $ bedeuten, also Ihre gesamten Tagesausgaben. Limits gelten zudem nur nach bestem Bemühen. Die Display-Erweiterung sollten Sie vor Februar 2027 prüfen.

Eine praktische Reihenfolge für die nächsten zwei Wochen

  1. Konto prüfen. Sehen Sie die versteckten Einstellungen, die Budgetaufteilung und die Kanalprioritäten durch. Schreiben Sie die Werte auf.
  2. Basiswerte festlegen. Sichern Sie die jüngste Performance nach Segmenten (Marke, Nicht-Marke, Produktkampagnen).
  3. Feeds und Landingpages korrigieren. Ergänzen Sie in den Produktdaten konkrete Anwendungsfälle und Attribute, damit sie zu längeren Anfragen passen.
  4. Testen. Testen Sie dort, wo Anzeigen im AI Mode verfügbar sind, Produktkampagnen und Multi-Turn-Formate. Messen Sie Inkrementalität, nicht nur Klicks.
  5. Kreativmaterial prüfen. Google hat 1,5 Milliarden Anzeigen-Assets erzeugt (siebenmal so viele wie im Vorjahr), KI-Produktion ist also Standard. Fakten, Markenrichtlinien und die Ähnlichkeit zum Produkt brauchen weiter eine menschliche Prüfung, und ein Team aus KI-Spezialisten kann den repetitiven Teil übernehmen.

E-Commerce-Teams sollten sich auch mit Agentic Commerce beschäftigen. Marken wie Nike, Chewy und Tapestry bereiten sich darauf vor, über KI-Agenten zu verkaufen. Ein sauberer Datenfeed und ein funktionierender Checkout sind die Basis, damit die Kundenbeziehung bei Ihnen bleibt.

Das Fazit

Anzeigen im AI Mode sind nicht bloß eine weitere Platzierung. Sie sind eine neue Art von Nachfrage mit längeren Anfragen, und Google tüftelt noch an der Monetarisierung. Ein sauberes Konto, getrenntes Reporting und ein starker Produkt-Feed verschaffen Ihnen bei jeder weiteren Änderung einen Vorsprung.

FAQ

In welchen Märkten kommen Anzeigen im AI Mode?

Google nennt Australien, Kanada, Indien, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, die Philippinen und Singapur. Brasilien, Mexiko und Großbritannien sind für das vierte Quartal 2026 geplant. Tschechien und die Slowakei stehen noch nicht auf der Liste.

Wie unterscheiden sich AI-Mode-Suchen von normalen Suchen?

Laut Google sind die Suchanfragen im Schnitt etwa dreimal so lang. Nutzer beschreiben eine ganze Situation und stellen Folgefragen. Anzeigentexte und Landingpages müssen deshalb konkrete Bedürfnisse beantworten, nicht nur ein kurzes Keyword.

Treibt der AI Mode meinen Klickpreis nach oben?

Im verfügbaren Material deutet nichts darauf hin. Google berichtet, dass die Klickraten bezahlter Produktplatzierungen denen organischer ähneln, während der AI Mode noch weniger monetarisiert als die klassische Suche. Den tatsächlichen Effekt auf CPC und ROAS prüfen Sie am besten in Ihren eigenen Daten.

Was sollte ich in Google Ads prüfen, bevor ich das Budget erhöhe?

Halten Sie die aktuellen Werte der weniger beachteten Kontoeinstellungen fest, sichern Sie Basiswerte für CTR, CPC, Conversions und CPA und prüfen Sie, wie Kanalprioritäten und Budgetaufteilung konfiguriert sind. Erst danach sollten Sie das Budget erhöhen.

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